Wallenstein

Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein (1583 - 1634)

Sein Leben in gedichteter Form

Im Sommer 1630 zog er in Memmingen ein,
der große Feldherr Wallenstein.
Drei Monate gab´s Frieden in der ganzen Stadt
weshalb Memmingen jetzt die Wallensteinspiele hat.

Nähe Prag wurde Albrecht 1583 geboren
und hat seine Eltern recht früh verloren.
Seine Mutter starb da war er zehn,
und zwei Jahre später musste auch sein Vater geh´n.

So kam er zum Onkel, zu seinem Verwandten,
alle waren Utraquisten, also Protestanten.
Man schickte Albrecht nach Goldberg: in eine Schule für Latein,
und nach Altdorf bei Nürnberg - in die Hochschule rein.

Dort wurde er schließlich lutherisch erzogen,
ist aber nach acht Monaten von der Hochschule geflogen.
Sein feuriges Temperament ist mit ihm durchgebrannt
und so wurde er als Schläger und Fast-Mörder bekannt.

Danach das „Herumreisen“ seine Aufgabe wird.
In Padua und Bologna hat er kurz nur studiert.
Dort traf er auch Kepler, den berühmten Astrologen,
von dem er später hat sein Horoskop bezogen.

1602 wieder daheim ist er zum Katholizismus übergetreten.
Hat dann das böhmisch-kaiserliche Fußvolk gebeten,
ihn mitzunehmen nach Ungarn,
wo gerade Kämpfe gegen Aufständische und Türken war´n.

Er zeigte was mit Tapferkeit gelingen kann:
er kämpfte als Fähnrich und wurde Hauptmann.
Das wäre er auch gerne lange geblieben,
doch 1605 wurde ein Friedensvertrag unterschrieben.

Dann dachte er: es könnte nicht schaden,
eine der reichsten Witwen zu heiraten.
So ehelichte er 1609 Lukrezia Nekesch von Landek.
Doch 1615 starb sie – und war somit weg.

Man weiss nicht ob Wallenstein war dieser Tot gleich,
nur Tatsache ist – ab sofort war er reich!!!

1617 setzte er sich wieder auf seinen Gaul,
kämpfte für Kaiser Ferdinand II. in Friaul.
Die Rettung der belagerten Stadt Gradisca in der Nacht,
hat sein Ansehen beim Kaiser sehr weit gebracht.

Prager Fenstersturz – und 1619 im Land Mähren,
wollte man mit böhmischen Aufständlern verkehren.
Doch Wallenstein wollte nicht mit ihnen zieh´n,
klaute die mährische Kriegskasse und brachte sie nach Wien.

1620 er nur Loyalität zum Kaiser kennt,
weshalb er ihm schickt ein Reiterregiment,
um am weißen Berg in der berühmten Schlacht,
die protestantischen Böhmen zu Verlierern macht.

Seine treuen Dienste werden vom Kaiser anerkannt,
Wallenstein wird in Böhmen der Mächtigste im Land.
Denn viele Besitztümer der besiegten Protestanten,
sich plötzlich in Wallensteins eigenem befanden.

Er wurde auch reich durch sein Münzprägerecht,
durch Kippen und Wippen machte er das Geld schlecht.
Und schließlich kam er 1623 in den Fürstenstand,
weil er durch Isabell von Harrach eine neue Frau fand.

1625 kam seine große Stund´,
des Kaisers Finanzen liefen nicht mehr so rund.
Da mimte Wallenstein den großzügigen Held,
und stellte ein Heer auf – mit eigenem Geld.

Albrecht wendete eine Taktik an,
die man Erpressung der Bevölkerung nennen kann.
Seine Taktik, dass der Krieg den Krieg ernährt,
war für seine 100.000 Soldaten Goldes wert.

Kaiser Ferdinand war´s egal, ihm kamen schier Freudentränen,
denn Wallenstein kämpfte erfolgreich gegen Protestanten und Dänen.
Und 1626 bei der Brücke von Dessau,
machte er Ernst von Mansfeld so richtig zur Sau.

Durch den Kaiser wurde Albrecht 1628 dann,
neben Friedland – auch Herzog von Sagan.
Auch Mecklenburg bekam er zusätzlich als Land,
und wurde zum General des baltischen und ozeanischen Meeres ernannt.

Doch 1628  hatte er auch eine schwache Stund,
Er scheiterte bei der Belagerung von der Hafenstadt Stralsund.
Aber kurz darauf in der Hafenstadt Wolgast,
hat er dem Dänenkönig den Garaus verpasst.

1629 waren die dänischen Feinde weg,
Albrecht schloss mit Christian IV. den Frieden von Lübeck.
Der Vertrag war human – lies den Dänen Platz zum schnaufen,
und heute dürfen sie – gnädigerweise – bei den Wallensteinspielen mitlaufen :-)


1630 war Wallenstein der Mächtigste im ganzen Land,
Doch beim Regensburger Kurfürstentag machten seine Neider Aufstand:
Sie zwangen Kaiser Ferdinand – Albrecht´s Entlassung zu verfassen,
der war grad in Memmingen – und nahm sie gelassen.

Zeitgleich im Norden landete der Löwe von Mitternacht,
König Gustav II. Adolf –  hat sein  schwedisches Heer mitgebracht.
Dieses fing auch gleich an zu wüten,
jagten Tilly´s Heer bis tief in den Süden.

Dann starb Tilly; und der Kaiser in seiner Not,
Wallenstein wieder den Hauptbefehl anbot.
Und dieser ging auch gleich an´s Werk,
vertrieb die Schweden aus Nürnberg.

Dann 1632 die große Schlacht von Lützen,
deren Ausgang sollte niemandem nützen.
Gustav II. Adolf fiel und Pappenheim dazu,
und Wallenstein ging nach Böhmen und gab erst mal Ruh.

Albrecht fing an Briefe zu schreiben,
um mit Sachsen und Schweden Verhandlungen zu treiben.
Gekonnt ignorierte er des Kaiser´s Flehen,
endlich mal wieder auf Feldzug zu gehen.

Seine wahre Absicht bis heute mysteriös erscheint,
War er loyal ? Wollte er Frieden ? Oder wollte er zum Feind ?
In Pilsen lies er seine Offiziere einen Eid abgeben,
dass sie nur ihm Treu sind – und koste es ihnen das Leben.

Da hatte Kaiser Ferdinand II. aber genug,
Er witterte Hochverrat und Betrug.
So schickte er eine Horde irisch-schottischer Schläger, diese ermordeten Wallenstein – 1634 in Eger.

Ende